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 Milchlabor des Praxisteams Oldendorf

 

Wir bieten schon seit einigen Jahren Milchprobenuntersuchungen für Eure Kühe in unserem eigenen Praxislabor an. Einige unserer Landwirte nehmen unsere Laborleistung gern in Anspruch, einige (noch) nicht, so dass wir hier nochmal unser Labor und unsere Leistungen kurz vorstellen möchten:

 

Was können wir?

Wir untersuchen die Milchproben von Kühen mit klinischer oder subklinischer Euterentzündung, mit oder ohne Flocken, vor dem Trockenstellen oder Kontrolluntersuchungen ( z. B. bei Aureus-Verdacht) oder nach dem Kalben und bestimmen den verantwortlichen Keim (soweit im Brutschrank anzüchtbar). Mittlerweile können wir alle gängigen Mastitis-Erreger bestimmen wie: Streptococcus uberis, Streptococcus dysgalactiae, Galt, Staphylococcus aureus, KNS, coliforme Keime, aber auch Hefen, Prototheken, u.a. und erstellen ein Antibiogramm für diesen Keim (Resistenztest). Bei Spezialfällen stehen wir mit Euterspezialisten in Kontakt und leiten ggf. die Probe weiter.  

 

Warum ist eine Milchprobenuntersuchung sinnvoll?

Bei Bestandsproblemen mit erhöhtem Zellzahlgehalt in den Milchkontrollen ist es wichtig den sog. Leitkeim zu bestimmen, um gezielte Maßnahmen im Melkstand, im Stall, beim Hygienemanagement und letztendlich beim Antibiotikaeinsatz  zu ergreifen.

Bei Problemen im Trockenstellmanagement kann durch vorherige gezielte Probenuntersuchung  der Trockensteller mit dem benötigten Erregerspektrum eingesetzt werden.

Im Hinblick auf den Verbraucherschutz und die Diskussionen um einen unnötigen Antibiotika-Einsatz im Nutztierbereich ist es wichtig, das richtige Antibiotikum beim identifizierten Keim einzusetzen und  evtl. die reine Eutertubenbehandlung mit einer systemischen Antibiose sinnvoll zu kombinieren, um so keine Resistenzen zu fördern und die Wartezeiten auf Milch möglichst gering zu halten.

  

Unser Fazit:

Es sollte immer bei jeder Euterentzündung, sei sie akut (oft coliforme Keime), sei sie wiederkehrend (oft Uberis oder Aureus), sei sie ungewöhnlich hartnäckig (oft Hefen oder Prototheken oder die „falsche“ Eutertube) eine Milchprobe vor der Erstbehandlung genommen werden! Diese kann auch bis zu 4 Tagen bei Euch im Kühlschrank verbleiben, falls Ihr noch keine Untersuchung wünscht.  

 

 

Ein Resistenztest  

 

Bei den kleine weißen Flächen handelt es sich um mit einem bestimmten Antibiotikum getränkte Plättchen. Die dunkle Verfärbung des Nährbodens kommt durch das Wachstum der Bakterien zustande; die kleinen weißen Punkte sind Bakterienkolonien. Die Stellen des Nährboden, die nicht dunkel verfärbt sind, sind nicht mit Bakterien bewachsen, weil in diesem Bereich das Antibiotikum wirkt --> das entsprechende Antibiotikum kann also gegen die Euterinfektion angewendet werden!

 

 

Ein mit mehreren Keimen bewachsener Nährboden

 

Das Wachstum von mehreren Keimen (hier mindestens 3 Arten) spricht i.d.R. für eine Kontamination bei der Probenentnahme. Es läßt sich nur sehr schwer feststellen, welcher Keim tatsächlich für die Euterentzündung verantwortlich ist und nicht aus der Umgebung des Euters stammen. Also: bitte entnehmt alle Proben möglichst sauber, damit macht Ihr uns die Arbeit deutlich leichter!